Töpfern

Formen mit den Händen

Töpfern Formen mit den Händen

Worum geht es bei diesem Hobby?

Das Töpfern gehört wohl mit zu den ältesten Handwerken der Welt überhaupt. Bisher gefundene Tonfiguren sind unglaubliche 24.000 Jahre alt! Man vermutet, dass die Idee dazu beim Lagerfeuer auf Lehm- oder Tonboden reifte, der durch die Hitze des Feuers hart wurde. Und die ältesten bekannten Gefäße aus Keramik entstanden auch schon vor ungefähr 20.000 Jahren in China.

Durch die Erfindung der schnell drehenden Töpferscheibe um 4.000 vor Christi in Mesopotamien begann dann die Produktion von Massenware. Und glasierte Keramik ist seit dem 3. Jahrtausend vor Christi aus Mesopotamien und Ägypten bekannt.

Apropos Keramik: Keramik dient als Oberbegriff für alle geformten und anschließend gebrannten Gegenstände. Das kann Technische Keramik sein wie zum Beispiel Isolatoren für Hochspannungsleitungen, Gebrauchskeramik wie Tafelgeschirr, aber auch Ofenkacheln, oder Keramik als Kunst.

In diesem Steckbrief geht es um das Fertigen von Keramik aus Tonerde in Form von Figuren und Gegenständen, aber auch Gefäßen und Vasen. Zum Formen brauchst du in erster Linie deine Hände. Darum kannst du viele Dinge auch ohne eine Töpferscheibe herstellen. Denn das Töpfern an der Drehscheibe ist etwas für Fortgeschrittene und erfordert schon einiges an Übung.

Bestimmte Tonsorten werden auch ohne Brennofen hart. Dafür gibt es sogenannten selbsthärtenden Ton. Diese Objekte sind dann allerdings nicht wasserdicht und nicht sehr bruchfest, jedoch sollte es bei Schmuckschalen, Deko, Kerzenständern und so weiter ausreichen.

Um feste und wasserdichte Gefäße zu erhalten, muss der Ton in einem Brennofen bei Temperaturen von über 1.000 °C gebrannt werden. Diese Temperaturen werden auch bei nachträglichen Aufbringen von farbigen Glasuren benötigt. Allerdings muss auch hier der Gegenstand vorher luftgetrocknet werden, um ein späteres Reißen beim Brennen zu vermeiden.

Am einfachsten ist es, einen Klumpen Ton zu nehmen und diesen nach deinen Vorstellungen zu formen. Bei größeren Projekten kann es sinnvoll sein, diese auszuhölen, um zum Beispiel Gewicht zu sparen. Diese Technik kann auch benutzt werden, um kleinere Schalen zum Beispiel in der Größe einer Tasse anzufertigen.

Größere Schalen bildest du durch Übereinanderlegen von Tonwürsten. Dies ist dann auch der Moment, um über die Anschaffung einer Töpferscheibe nachzudenken. Spätestens dann benötigst du aber für deine Töpferarbeiten einen eigenen Raum, idealerweise mit einem Wasserhahn und einem Waschbecken.

Sollen deine Arbeiten als Krönung noch eine Glasur erhalten, gibt es mehre Möglichkeiten, diese aufzutragen. Am einfachsten ist es, den Gegenstand in ein Glasur-Bad zu tauchen. Auch das Übergießen mittels einer Kelle geht einfach, wobei der Gegenstand für eine gleichmäßige Verteilung der Glasur ständig geschwenkt werden sollte. Schlussendlich kannst du auch einfach einen Pinsel nehmen und so Muster, Linien oder Farbverläufe erstellen. Luftgetrocknete Arbeiten lassen sich übrigens ganz einfach mit Acrylfarben verschönern.

Was benötigst Du dafür?

Zunächst das Ausgangsmaterial in Form von Ton. Diesen gibt es meist quaderförmig. Um dir davon eine „Scheibe abschneiden“ zu können, verwendest du einen Schneidedraht. Dieser hat praktische Holzgriffe und lässt sich so leichter handhaben. Ein Stück herkömmlicher Draht eignet sich aber genauso gut.

Den Ton bekommst du übrigens in Keramikfachgeschäften, in Künstlerbedarfsläden, in manchen Baumärkten oder auch online. Es gibt jedoch viele verschiedene Qualitäten und Zusammensetzungen, und nicht jeder Ton ist für jedes Projekt geeignet.

Eine Wasserschale und ein Schwamm sollten an deinem Arbeitsplatz nicht fehlen. Mit einem Schwamm kannst du deinen Ton befeuchten oder überflüssiges Wasser entfernen. Ebenso kannst du ihn zum Verputzen und Ausbessern verwenden.

Bei einigen Projekten ist es sinnvoll, den Ton auszurollen, um auf eine gleichmäßige Dicke zu kommen. Hierfür eignet sich ein Rundholz. Ein einfaches Nudelholz aus der Küche tut es auch.

Für die Bearbeitung und den Feinschliff gibt es spezielles Töpferwerkzeug wie Töpfermesser, Modellierhölzchen und verschiedene Tonschlingen. Diese Werkzeuge bekommst du auch als Set in verschiedenen Ausstattungen, was vielleicht am Anfang hilfreich ist.

Wenn du dann schon ein Gefühl für das Arbeiten mit Ton bekommen hast und willst dich an die Herstellung von zum Beispiel Vasen oder höheren Schalen wagen, ist die Anschaffung einer Töpferscheibe sinnvoll. Dies gibt es als einfache handbetriebene Ausführung (sogenannte Ränderscheiben) oder elektrisch angetrieben. Beide werden in verschiedenen Durchmessern angeboten.

Die größte und kostenintensivste Anschaffung ist ein Brennofen, die wohl überlegt sein sollte. Abgesehen vom Preis brauchst du dafür analog der Leistung auch den entsprechenden elektrischen Anschluss. Oft genügt aber eine Schuko-Steckdose mit 16A.

Aber es geht auch ohne eigenen Brennofen. Keramik- oder Töpferwerkstätten sowie Volkshochschulen mit entsprechender Ausstattung bieten häufig einen sogenannten Brennservice an. Dort kannst du deine fertig modellierten Kunstwerke vorbeibringen und brennen lassen. So sparst du dir die teure Anschaffung und zahlst nur einen geringen Betrag.

Fehlen jetzt nur noch Glasuren oder Acrylfarben, falls du es bunt magst.

Wie viel kostet Dich dieses Hobby?

Den Töpferton bekommst du je nach Ausführung, Qualität und Zusammensetzung für 1,- bis 10,- € je kg. Ein Töpferwerkzeug-Set kostet dich je nach Qualität und Umfang zwischen 10,- und 35,- €.

Handbetriebene Töpferscheiben werden je nach Durchmesser und Ausführung zwischen 15,- und 70,- € angeboten. Elektrisch betriebene Töpferscheiben bekommst du schon für 50,- €, allerdings ist ein zehnfacher Preis auch möglich.

Einen Brennofen gibt es ab 700,- €, falls die Anschaffung für dich relevant ist. Gebrauchte sind natürlich wesentlich günstiger. Und Glasuren kosten so zwischen 20,- und 50,- € je Liter, meist werden sie als 200 ml-Fläschchen angeboten.

Möchtest Du Dich in Vereinen organisieren?

Ja, auch beim Töpfern gibt es Vereine… Allerdings nicht sehr viele. Und etliche sind von den Töpferwerkstätten als Mitgliedern gegründet worden oder wurden für die Ausrichtung von Töpfer-Märkten ins Leben gerufen.

Hast Du Lust auf Wettbewerbe?

Auf Töpfermärkten werden auch oft Wettbewerbe zu bestimmten Themen veranstaltet. Ebenso rufen Vereine oder Museen zu Wettbewerben auf oder die Wettbewerbe finden im Rahmen von Ausstellungen statt.

Ist dieses Hobby für Dich geeignet?

Bist du kreativ oder arbeitest einfach gern mit deinen Händen? Suchst du einen Ausgleich zum vielleicht hektische Alltag, ein Hobby als Entschleuniger? Dann ist das Töpfern mit seinem schon fast meditativen Charakter das richtige Hobby für dich.

Wo findest Du weitere Informationen?

Besonders am Anfang wird es dir wohl möglich schwerfallen, einen geeigneten Ton auszuwählen. Daher kann professionelle Beratung in einem Fachgeschäft hilfreich sein.

Auf der Seite von Lernen.net gibt es eine ausführliche Einführung in das Thema Töpfern und praktische Anleitungen für einfache Gegenstände für Einsteiger. Ein ausführliche Einführung zum Töpfern zu Hause vermittelt dir auch das Wunderweib. Und wie es auch ohne Töpferscheibe geht, liest du auf Servus. Fachwissen vom Profi findest du bei Bildhau. Andrea Wolbring hat einen Artikel zum Thema „Welcher Ton ist der Richtige?“ verfasst. Anleitungen und Tipps bietet zum Beispiel auch Töpfern. Interessant finde ich das mit vielen Informationen gespickte Katharinas Töpfertagebuch.

Auch eine Unmenge von Büchern gibt es zum Töpfern. Oder du besuchst einen Töpferkurs in einer Töpferwerkstatt oder an der Volkshochschule in deiner Nähe.

Eine Alternative zu Ton kann Salzteig sein. Salzteig lässt sich nämlich prinzipiell genauso bearbeiten wie Ton, kann schnell, einfach und kostengünstig selbst hergestellt und entweder an der Luft getrocknet oder im heimischen Backofen gebrannt werden.

Viel Spaß beim kreativen Hände-Schmutzig-Machen!

 

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